Das brave Mädchen – wie Probleme mit dem Essen entstehen

Das brave Mädchen – wie Probleme mit dem Essen entstehen

Wie Probleme mit dem Essen entstehen

Die beste Diät ist, wenn es im Kopf "Klick" macht

Wie Probleme mit dem Essen entstehen

 – Wie geht es weiter mit dem Essen nach einer Essstörung?
– Normalgewicht erreicht und jetzt?

Auch für Frauen, die nie eine Essstörung hatten, ist Essen oft nicht stressfrei.

– Was koche ich und wie sollte ich mich ernähren?
– Was ist gesund?
– Wie kann ich mein Gewicht kontrollieren?

Diese Fragen stehen oft im Mittelpunkt, und Essen nimmt dann mehr Raum ein in unserem Leben, als es gut tut.

Mein KörperReich-Ansatz ist ein anderer! 

Auf Facebook habe ich die letzten Tage Fragen gestellt:

– Was fällt euch zu „Essen“ ein?
– Und: Welche Essenstrends kennt ihr?

Die Antworten haben mich überrascht und mir viele Ideen gebracht, was ich im Sachbuch noch schreiben könnte.

Eine Facebook-Freundin schrieb: „Die beste Diät ist immer noch, wenn es im Kopf „klick“ macht.“

– Genau! Der „Klick“ ist die Taste, die Kopf und Körper miteinander verbindet, sodass sie zusammenarbeiten und man SPÜRT endlich, was man braucht. Dazu braucht man keine Diät oder Ernährungsprogramme.

– Den „Klick“ hört man auch, wenn das alte Programm ausgeschaltet wird, das lautet: „Iss weniger.“

Oder „Nimm ab!“

Was nichts anderes ist als: „Mit dir stimmt was nicht!“

– „Klick“ macht es auch, wenn das neue Programm eingeschaltet wird:

„Mit dir ist alles in Ordnung!“

„Du bist wunderschön, jetzt schon!“

„Dein Körper ist ein Wunderwerk, er sorgt für dich!“

„Du kannst dich auf deinen Körper verlassen!“

Diese Themen greife ich in meinem neuen Sachbuch auf, an dem ich gerade arbeite.

Es dauert noch ein bisschen, bis es fertig ist, noch bin ich dabei, eine bunte Mischung zusammenzustellen:

– Erfahrungsberichte von ehemaligen Klientinnen
– Erfahrungsberichte aus der Praxis
viele, viele Körperübungen für ein starkes Körperbewusstsein und einen selbstbewussten Umgang mit dem Essen

– und ich probiere etwas Neues aus: Einen Kurzroman im Sachbuch über die Entwicklung von Sofia, die mit dem Essen Probleme hat.

 „Das brave Mädchen – wie Probleme mit dem Essen entstehen“ ist der Anfang.

Auf Facebook habe ich mehrfach Fragen zum Thema „Essen“ gestellt und viele inspirierende Antworten bekommen. Als Dankeschön veröffentliche hier die Geschichte vom braven Mädchen. Ihr seid super, vielen Dank, ihr habt mir viele Ideen geschenkt!

Wenn du auch meine Fragen zum Thema Essen beantworten willst und nicht auf Facebook bist,  kannst du am Ende der Geschichte deine Gedanken dazu aufschreiben. Ich freue mich!

Das brave Mädchen

Vor gar nicht so langer Zeit wurde ein Mädchen geboren. Es lachte, wenn sich jemand über seine Wiege beugte und strampelte vor Freude. Die Mutter ließ es während des Fütterns in der Wiege liegen und las nebenbei ein Buch. Das Mädchen trank die Milchflasche leer, obwohl es sich danach sehnte, im Arm gehalten zu werden. Sobald die Flasche leer war, wurde das Mädchen herausgehoben, an die Schulter gedrückt und ihm wurde der Rücken getätschelt.

Weil das so wunderbar war, begann das Mädchen sich mit dem Trinken zu beeilen, schnell, schnell wollte es den warmen Körper der Mutter spüren und die große Hand auf dem Rücken.

„Braves Mädchen“, sage die Mutter.

Doch mit dem hastigen Schlucken gelangte viel Luft in den Bauch des braven Mädchens und es musste die Milch an der Schulter wieder ausspucken. Und von da an, war das Hochgenommenwerden und Rückenklopfen nicht mehr so schön. Die Mutter ruckte dann nämlich heftig mit dem Mädchen auf und ab, klopfte hart und kurz und harte, kurze Worte füllten die Ohren des braven Mädchens. Es weinte.

„Sie ist ein bisschen schwierig“, sage die Mutter.

Einige Zeit später begann die Mutter das Mädchen mit süßem Brei zu füttern und das waren wundervolle Momente für das Kind. Die weit geöffneten Augen der Mutter, die es aufmerksam ansahen, wenn es den Mund öffnete und einen weiteren Löffel voll Brei entgegennahm. Das Lächeln, das dann folgte, war voller Zufriedenheit und Ruhe. Das Mädchen wollte immer so ruhig und aufmerksam angesehen werden. Es öffnete immer weiter brav den Mund und nahm weitere Löffel voller Brei entgegen, selbst wenn der Bauch zu schmerzen begann.

„Das ist lieb!“, sagte die Mutter.

Der süße Geschmack, das zufriedene Gesicht der Mutter und der schmerzende Bauch voller Brei gehörten von nun an zusammen.

Das Mädchen wuchs und übte, sich aufzurichten und spürte das Gewicht seines Körpers auf den Fußsohlen. Freudig wippte es auf und ab und bald konnte es ein paar Schritte gehen. Aber wenn es weglief, verschwand der zufriedene Gesichtsausdruck im Gesicht der Mutter und das Mädchen kam schnell wieder zu ihr zurück. Die Mutter wurde auch sehr angespannt, wenn das Mädchen mit anderen Kindern spielte. Sie sagte nichts, aber da war ein Zucken in ihren Augenbrauen und ihre Schulter wurden spitz. Das Mädchen spürte die Reaktionen der Mutter, als wären sie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden. Das Mädchen wusste, es war besser, an Mutters Hand zu bleiben.

An der Hand der Mutter schaute es mit großer Sehnsucht auf Steine, Spielzeug und andere Kinder und sein Bauch begann zu schmerzen, als sei er voll süßem Brei.

Der zufriedene Gesichtsausdruck der Mutter, der schmerzenden Bauch und die unerreichbaren schönen Dinge gehörten von nun an zusammen. 

„Sie ist ein bisschen ängstlich“, sagte die Mutter.

„Ich will nicht da bleiben“, sagte das Mädchen, als die Mutter es mit angespanntem Gesicht in den Kindergarten brachte.

„Sie hängt arg an mir“, sagte die Mutter zur Erzieherin und das Mädchen sah einen Funken des zufriedenen Gesichts aufblitzen.

Von da an schrie es jedes Mal ganz laut, wenn es den Kindergarten betrat, schrie, bis die Mutter gegangen war und wandte sich dann erst mit schmerzendem Bauch den schönen Spielsachen und munteren Kindern zu.

Neue Situationen und der schmerzende Bauch gehörten von nun an zusammen.

In der Schule wurde es leichter, denn der zufriedene Ausdruck im Gesicht der Mutter erschien bei jedem sauber geschriebenen Buchstaben, bei richtig gelösten Aufgaben, bei guten Noten, bei Belobigungen und immer wenn das Mädchen nachmittags am Küchentisch saß und lernte.

„Sie ist eine gute Schülerin“, sagte die Mutter.

Und von nun an gehörte das Lernen und der zufriedene Gesichtsausdruck der Mutter zusammen.

Lernen macht mir Spaß, dachte das brave Mädchen. Und fühlte sich entspannt und zufrieden, wenn es ein Buch aufschlug.

Klassenfahrten, Übernachtungspartys und Auslandsaustauschwochen begannen immer mit Bauchschmerzen und wurden mit Telefonanrufen der Mutter überstanden. „Du schaffst das schon. Stell dich nicht so an. Was bist du denn immer so ängstlich?“, sagte sie.

Die anderen Mädchen hingen zusammen rum, kicherten, unternahmen etwas und waren FREUNDINNEN. Das brave Mädchen sehnte sich danach, nie gehörte sie richtig dazu.

„Ich muss mich zusammenreißen und mal lockerer sein. Andere können das doch auch. Die haben Freundinnen, vergnügen sich, nur ich bin immer so langweilig. Ich bin einfach nichts Besonderes.“

Das Glück war immer woanders. Das Mädchen fühlte sich wertlos und falsch und hatte Bauchschmerzen.

Sie dachte viel darüber nach, was sie tun könnte, damit sie endlich geliebt wurde.

Körperbewusstsein statt Diät

Wie das Leben vom braven Mädchen weitergeht, kannst du demnächst in meinem neuen Sachbuch „Körperbewusstsein statt Diät“ lesen.

Was fällt dir zu "Essen" ein?

Welche Ernährungstrends kennst du?

Schreibe mir deine Assoziationen zu diesen beiden Fragen.

Ich freue mich darüber!

Du kannst jetzt schon was Gutes für dich tun!

Natürlich musst du nicht warten, bis mein neues Buch fertig ist. Du kannst hier auf der Webseite viele Körperübungen finden, die du ausprobieren kannst.

Oder du machst den KörperReich-Test, der dir jeden Tag sagt, was dein Körper aktuell am meisten braucht.

Oder du nimmst an meiner kostenlosen 5-Tage Challenge teil.

„Ich liebe mein Gesicht – endlich fühle ich mich wirklich schön!“ Vom 31.10-4.11.2018

Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung und mehr Infos.

 

Frauenschöne Grüße

Elke Weigel

Weiterlesen in den Blogartikeln

9 Gedanken zu „Das brave Mädchen – wie Probleme mit dem Essen entstehen

  • 23. September 2018 um 8:26
    Permalink

    Liebe Elke, was für eine berührende Geschichte, in der so viel Wahrheit steckt. Ich bin mir sicher, sehr viele erkennen sich darin und Deine heilsamen Worte und Anregungen sind ein Segen in der heutigen Zeit. In der Zeit, in der Ernährung so fern von unserer Natur liegt und so nah an unseren Emotionen und Beziehungen. Danke dafür!

    Antworten
    • 23. September 2018 um 16:28
      Permalink

      Danke, liebe Susanne! Ja, unser Verhältnis zum Essen entsteht über die ersten Beziehungen, die wir haben. Meist ist es die Mutter. In den letzten Jahren sehe ich immer wieder junge Mütter, die ihre Kinder auf tolle Kissen legen, das Fläschchen abstützen und sich dann ihrem Handy widmen. Das kann fatal werden, weil den Kindern die Berührung und der Blickkontakt fehlt. Wir brauchen das Gehalten-werden für unser gesundes Körpergefühl.

      Antworten
  • 23. September 2018 um 11:40
    Permalink

    Liebe Elke, sehr schön zeigt deine Geschichte auf, dass das Thema ‚Essen‘ mit der frühkindlichen Verbindung zu unseren Beziehungspersonen zusammenhängt. Das macht mir wieder bewusst, dass unser heutiges Essverhalten einer frühkindlichen Prägung unterliegt. Zumindest solange wir es nicht reflektieren. Und das macht deine Arbeit so wertvoll für mich! Vielen Dank für diese wunderbare Geschichte!

    Antworten
    • 23. September 2018 um 16:30
      Permalink

      Danke, liebe Petra! Genau, sobald wir anfangen, darüber nachzudenken, sind wir weniger gefangen in dem, was uns schon früh in die „Knochen gefahren“ ist. Denn die frühesten Erfahrungen sitzen buchstäblich im Körper, in unserem Körpergedächtnis. Aber wenn wir entdecken, welche Wunden vorhanden sind, können wir bewusst etwas dafür tun, dass sie heilen und das Drama mit dem Essen wird aufhören.

      Antworten
  • 23. September 2018 um 11:51
    Permalink

    Was für eine aufschlussreiche Geschichte!
    Du verdeutlichst mir wie schnell Geschehnisse miteinander verknüpft werden, und zum beengenden Glaubenssatz mutieren. Vielen lieben Dank dafür!!
    Gerade im Umgang mit meiner leicht übergewichtigen Tochter habe ich nun einen neuen Lösungsansatz bekommen, der mir schon jetzt viele neue Ideen heranspült!
    1000 Dank fur diese wertvolle Arbeit!

    Antworten
    • 23. September 2018 um 16:32
      Permalink

      Wie schön, liebe Barbara! Ich bin sehr glücklich, dass du neue Ideen hast, für den Umgang mit deiner Tochter. Sie braucht deine liebevollen Augen, sehe sie als wunderschöne, muntere Tochter, die keine Ermahnungen braucht, nur deinen liebenden Blick. Sie wird sich dann in ihrem Körper rundum wohlfühlen, weil er geliebt wird. Alles Gute für euch beide!

      Antworten
  • 23. September 2018 um 17:30
    Permalink

    Liebe Elke,
    was für eine schöne Geschichte! Berührende Geschichte!
    Hmmm… ich hatte beim lesen selbst Resonanz… kenne dieses Gefühl
    „Das Glück war immer woanders. Das Mädchen fühlte sich wertlos und falsch und hatte Bauchschmerzen. Sie dachte viel darüber nach, was sie tun könnte, damit sie endlich geliebt wurde.“
    und dachte auch an meine Töchter… auch sie kennen, mehr und weniger… diese Themen noch…
    Wundervolle Arbeit, die du da leistest: sich selbst (endlich) schön zu finden, so wie Mädchen oder Frau ist!

    Antworten
  • 23. September 2018 um 18:28
    Permalink

    Liebe Elke, wunderbar „Der „Klick“ ist die Taste, die Kopf und Körper miteinander verbindet“. So soll es sein, Kopf und Körper können zusammen, es gibt kein entweder oder.
    Sehr spannend auch die Geschichte vom braven Mädchen, damit werden die Zusammenhänge und woher Lebensgewohnheiten und Glaubenssätze stammen können, so deutlich. Herzlichen Dank für diese Beitrag und ein paar weitere werde ich bestimmt auch noch lesen. Liebe Grüße, Ilona

    Antworten
  • 23. September 2018 um 20:14
    Permalink

    Liebe Elke,

    die Geschichte berührt mich sehr und ich erkenne darin zum Teil auch eine liebe Freundin von mir.
    Danke dafür und das Aussprechen von dem, was wir zum Teil vergessen oder verdrängt haben.
    Und mögen diese Zeile viele anderen ebenfalls berühren!

    Alles Liebe,
    Stéfanie.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.