Körperübung,  Tanzen

Mit Musik und Tanz zu einem besseren Körpergefühl

Mit Musik und Tanz zu einem besseren Körpergefühl

Tanzen ist gesund, tut gut und hebt die Laune.

Meine Körperfantasie-Übung kann noch mehr bewirken!

Wenn du dich aus deiner Mitte heraus bewegst, sieht dein Tanz immer schön aus.

Mit dieser Übung zeige ich dir, wie du Leichtigkeit im Tanzen spüren kannst.

Deine Schönheit steckt in deinen Bewegungen

Bist du ein Tanzmuffel?

Hast du Angst keine gute Figur zu machen?

Meinst du, du hättest zwei linke Füße?

Dann könnte dir die folgende Übung helfen:

Körperfantasie-Übung

Suche ein langsames Musikstück heraus, das dir gut gefällt.

Lege dich bequem hin und schließe die Augen.

Höre die Musik und bewege dich die ganze Übung über nicht! Das ist ganz wichtig: Nicht bewegen.

Höre also die Musik und stelle dir vor, wie du dazu einen Fuß bewegst.

Stelle dir die Bewegung ganz genau vor. Wie bewegt sich der Fuß? Wann berührt er den Boden, wann nicht?

Und jetzt schalte um und stelle dir die Bewegung nicht nur in deinem Kopf vor, sondern gehe mit deiner Aufmerksamkeit in deinen Fuß und spüre die Fantasie in deinem Fuß.

Bewege dich dabei nicht!

Es ist zunächst ungewohnt, aber bald wirst du den Unterschied zwischen der Fantasie im Kopf und der Fantasie über den Körper bemerken.

Stelle dir nun vor, dass sich auch der zweite Fuß im Rhythmus der Musik bewegt.

Male dir aus, wie sich deine Beine bewegen, deine Hüfte, dein Oberkörper und die Arme und Hände.

Gehe dabei ganz langsam vor, lass dir viel Zeit dabei.

Es ist wichtig, dass du immer wieder von der Fantasie im Kopf umschaltest auf die Fantasie deiner Bewegung in deinen Körperteilen.

Manchmal gibt es winzige Zuckungen im Körper. Das ist gut. Daran merkst du, dass du über den Körper die Fantasien wahrnimmst.

Lass dich von der Musik tragen, fantasiere einen freien, unbeschwerten Tanz. Ohne Publikum, ohne Regeln.

Das ist ganz wichtig: Lasse alle Vorschriften, was gutes oder richtiges Tanzen sein soll, hinter dir.

Lass deinen Körper in der Fantasie tanzen, wie es dir Spaß macht.

Achte darauf, dass du immer wieder zur Körperwahrnehmung zurückkehrst. Das sind Körperfantasien.

Danach stehe auf und schalte noch einmal das gleiche Musikstück an.

Stelle dich nicht vor den Spiegel, sondern suche einen freien Platz im Raum und tanze.

Du wirst bemerken, dass sich dein Körper viel lockerer und freier bewegt als sonst.

Wozu diese Übung gut ist

Wenn du aus deinem eigenen Körpergefühl heraus tanzt (und dich bewegst), sieht das immer schön aus.

Ganz anders als aufgesetzte, einstudierte Bewegungen, die nicht aus der Mitte heraus ausgeführt werden.

– Mit dieser Übung kannst du lernen, wie du dich aus deiner inneren Mitte heraus bewegen kannst.

– Die Körperteile einzeln und isoliert zu bewegen, trägt dazu bei, dass das Körpergefühl und das Körperschema gestärkt werden.

– Es ist leichter, als gleich mit dem ganzen Körper zu beginnen.

– Durch die Fantasie ohne Bewegung werden im Körper und im Gehirn Bereiche aktiviert, die sonst nicht aktiviert werden, da wir dazu neigen, bei aktiver Bewegung immer die gleichen Bewebungsmuster auszuführen.

– Du wirst vielfältiger und kreativer in deinen Bewegungen.

– Du kannst deinen Körper stärker spüren, dich aus deiner inneren Mitte herausbewegen und das fühlt sich einfach toll an.

Was du tun kannst, wenn es nicht gleich klappt:

Vielleicht ist die Musik noch immer zu schnell?

Ich habe festgestellt, dass es Musikstücke gibt, die fantastisch geeignet sind, zum Mitsingen, auf die ich aber nicht gut tanzen kann.

– Probiere es also mit einem anderen Musikstück.

Wenn du noch sehr aufgedreht und im Alltag verankert bist, musst du vielleicht zuerst zwei oder drei Musikstücke anhören, ohne die Übung zu machen, um runterzukommen.

Achte darauf, dass du die Alltagsgedanken allmählich wegschickst und konzentiere dich auf die Musik. Mitsingen kann helfen!

Vorbereitende Übung:

Ohne Musik:

Lege dich bequem hin und schließe die Augen.

Stelle dir vor, du gehst barfuß über eine Wiese. Versuche nun umzuschalten und nimm mit deinen Fußsohlen wahr, wie sie das frische grüne Gras anfühlt.

Gehe in der Fantasie über Sand, Kieselsteine, glatten Marmor ect.

Erweiterung der Übung:

– Höre zuerst ein langsameres Musikstück und aktiviere die Körperfantasie.

– Dann ein schnelleres, das richtig zum Tanzen animiert – und aktiviere deine Körperfantasie.

– Erhebe dich dann und tanze durch den Raum.

– Tanze im Dunkeln!

– Wenn du dich sicher fühlst, kannst du dir auch vorstellen, du tanzt mit anderen zusammen.

Achte dann bei der Körperfantasie darauf, dass du mit deinem Körper im Kontakt bleibst und nicht in die Performance abgleitest.

Das ist eine gute Übung, um bei sich zu bleiben und die vermeindlichen Bewertungen der anderen auszuschalten.

Fantasien sind nicht nur im Kopf

Lange Zeit, noch während meines Studiums, war Psychologen das Konzept „Körpergedächtnis“ suspekt.

Man beschäftigte sich mit Psychosomatik, wo Körper und Psyche im Zusammenhang gesehen werden, aber die wirkliche Macht und Kraft des Körpers wurde erst wissenschaftlich salonfähig als die Neuropsychologie sich etablierte. Mit Computern, die Aufnahmen von Gehirnaktivitäten machen können, wird sichtbar, was die Körpertherapeuten längst aus eigener Erfahrung wissen:

Es gibt ein Körpergedächtnis, unabhängig vom Gehirngedächtnis.

Genauso gibt es Körperfantasien, wie ich sie in dieser Übung beschrieben habe. Die Wahrnehmung des Körpers in der Vorstellung.

Für wen ist diese Übung gut?

Wenn du körperlich beeinträchtigt bist, an Schmerzen oder Verletzungen leidest, dann helfen dir solche und ähnliche Körperfantasien, die entsprechenden Körperteile zu aktivieren.

Durch Bewegungseinschränkungen werden nämlich weniger Signale vom Körper an das Gehirn gesendet und die Rückkoppelung, also auch die Signale vom Gehirn an das betreffende Körperteil, „schlafen“ ein.

Durch Körperfantasien kann man diesen Kreislauf aktivieren und damit zur Heilung und Stablisierung beitragen.

Genauso kann man über Körperfantasien Bewegungen einüben. Sportliche Bewegungen, die neu sind oder präziser werden sollen. Oder auch einen Auftritt.

Wenn du vor einem Publikum, einer Schulklasse, Prüfungskommission stehen musst, kannst du dich mit der Tanzübung zu Hause lockern, dir dann im Anschluss genau vorstellen, wie du selbstsicher auftrittst …

Aber nun genug Theorie! Hier noch ein wunderbares, uraltes Gedicht:

Ich lobe den Tanz

Ich lobe den Tanz,
denn er befreit den Menschen
von der Schwere der Dinge
bindet den Vereinzelten
zu Gemeinschaft.

Ich lobe den Tanz
der alles fordert und fördert
Gesundheit und klaren Geist
und eine beschwingte Seele.

Tanz ist Verwandlung
des Raumes, der Zeit, des Menschen
der dauernd in Gefahr ist
zu zerfallen ganz Hirn
Wille oder Gefühl zu werden.

Der Tanz dagegen fordert
den ganzen Menschen
der in seiner Mitte verankert ist
der nicht besessen ist
von der Begehrlichkeit
nach Menschen und Dingen
und von der Dämonie
der Verlassenheit im eigenen Ich.

Der Tanz fordert
den befreiten, den schwingenden Menschen
im Gleichgewicht aller Kräfte.

Ich lobe den Tanz.

O Mensch
lerne tanzen,
sonst wissen die Engel
im Himmel mit dir
nichts anzufangen.

 

von Augustinus Aurelius (354 – 430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater und Heiliger)

Schreibe mir von deinen Erfahrungen

Was hast du bei dieser Übung erlebt?

Schreibe mir, wie es sich angefühlt hat. Als Text, Gedicht oder male ein Kritzelbild dazu.

2 Comments

  • Elke Weigel

    Liebe Andrea,
    wie schön! Spaß ist das Wichtigste am Tanzen!
    Dann geht es nicht um Performance, Darstellung oder eine bestimmte Wirkung auf andere. Nur um dich und dein Wohlgefühl.
    Viele Frauen haben mir schon berichtet, dass das wunderbare Gefühl stundenlang anhielt, auch beim Gehen und sogar beim Arbeiten.
    Tanzfreudige Grüße
    Elke

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