Schnell mal entspannen – 2 Tipps für den Alltag

Wie du schnell deinen Stress reduzieren kannst, erfährst du hier in 2 einfachen Übungen, die du überall anwenden kannst.

Wenn dich der Stress am Nacken packt und durchschüttelt, dann spürst du es am ganzen Körper:

Unruhe und Getriebensein. Müdigkeit und Schlaflosigkeit. Lustlosigkeit und Gereiztheit. Alles gleichzeitig.

Und dann passieren auch noch Pannen: Vergessen, Krankwerden, Fehlermachen.

Du weißt, du solltest jetzt eigentlich ausruhen, abschalten, auftanken – aber du hast keine Zeit dafür.

Du weißt, dass Yoga, Sport, Meditation helfen – aber für einen weiteren Termin hast du keine Zeit.

Schnell mal abschalten, kurze Übungen – bringt das überhaupt etwas?

Ja, sehr viel sogar.

Langfristig hilfst du dir damit sogar mehr als mit einer Stunde Entspannung pro Woche. Die solltest du natürlich beibehalten, denn es tut gut, sich auch mal über längere Zeit Erholung zu gönnen. Aber wie gesagt, es reicht nicht aus. Genauso wenig wie ein Urlaub ausreicht, um für das ganze Jahr Kraft zu tanken.

Warum geht das nicht?

Dein Körper braucht von vielen Dingen regelmäßig wiederkehrend eine Portion

Du kannst zum Beispiel nicht auf Vorrat schlafen. Es wäre zwar praktisch, wenn man einmal am Stück 20 Stunden schlafen und dann eine Woche durcharbeiten könnte, aber so funktioniert dein Körper nicht.

Man kann auch nicht auf Vorrat essen oder trinken, auch nicht lieben oder wütend sein.

Dein Körper lebt in einem Rhythmus von Aktion und Pause. Er schwingt wie Tag und Nacht, wie die Jahreszeiten und wie alles, was lebendig ist.

Du kannst zwar mit Disziplin, Anstrengung, viel „Vernunft“ und Kontrolle deinen Körper zu etwas zwingen, aber langfristig wirst du dir damit schaden. Es ist nicht vernünftig gegen die natürlichen Rhythmen anzugehen.

Leichter ist es, mit den natürlichen Rhythmen zu leben und deinem Körper zu vertrauen. Kein Organismus will IMMER faul sein, kein Körper will immer schlafen und essen – oder was für Ängste du sonst noch hast. Dein Körper und deine Seele wollen aktiv sein, etwas gestalten und in der Welt mitwirken. Du kannst darauf vertrauen, dass es sogar leicht geht, wenn du lernst, im natürlichen Rhythmus zu leben und zwar in DEINEM Rhythmus und nicht in einem, der dir Übungsprogramm, ein Guru oder sonstwer diktiert.

Mit den Übungen, die ich in meinem Blog vorstelle, lernst du deinen eigenen Rhythmuss kennen.

Es gibt kleine Übungen, die du leicht im Alltag einbauen kannst. Manche kann man fast überall durchführen, sogar mitten im größten Trubel. Andere Menschen bemerken nicht, dass du dich gerade darum kümmerst, dass dein Stresspegel sinkt.

Und ganz nebenbei erfährst du, dass du deinem Körper vertrauen kannst.

Aber nun zu den Übungen:

Schau aus dem Fenster

  • Schau einen Moment umher und entdecke etwas, das man nicht auf den ersten Blick bemerkt.
  • Benenne drei Besonderheiten, oder Kleinigkeiten.

Die Baumflechte ist an einer Stelle dunkelgelb. Die Schnur am Geländer ist am Ende ausgefranst. Der nasse Teer glänzt.

  • Entdecke drei verschiedene Farben.

Grüngelbe Weidenkätzchen. Rostrote Zweige. Grellgrünes Moos.

  • Achte auf drei Bewegungen.

Zuerst habe ich den Eindruck, es bewegt sich gar nichts, doch dann sehe ich es: Äste schwanken sachte im Wind. Wolken ziehen unendlich langsam über den Himmel. Ein Vogel flattert vorbei.

  • Lausche auf drei Geräusche.

Irgendwas rumpelt in der Ferne. Vögel zwitschern. Eine Stimme.

  • Wenn du das Fenster aufmachen kannst oder sogar hinaustreten, dann spüre die Luft auf deiner Haut.

Kehre jetzt zu deiner Arbeit zurück.

Mach etwas ganz langsam!

Egal welche Bewegung du als nächstes machst, mach sie ganz langsam. Aufstehen, durch den Raum gehen. Ein paar Worte schreiben.

Nimm zum Beispiel deine Wasserflasche. Nimm sie ganz langsam, stelle sie näher zu dir und schraube den Deckel auf. Achte darauf, dass du jede Bewegung sehr, sehr langsam ausführst. Fülle dein Glas. Stelle die Flasche behutsam ab.

Dann greife zum Glas und bemerke, dass es sich kalt anfühlt. Trinke einen Schluck und spüre das Glas, dann das Wasser an deinen Lippen und in deinem Mund. Stelle es langsam, langsam wieder ab.

Ich putze meine Brille mit einem Papiertuch. Da ich mich darauf konzentriere, die Bewegungen langsam auszuführen, nehme ich viel mehr wahr als sonst. Das Papiertuch raschelt. Ich spüre wie rau es ist, und unter dem Tuch spüre ich die Glätte der Gläser, den Rand der Brillenfassung. Schon will ich sie schnell (!) aufstetzen, bremse mich und bleibe bei der langsamen Bewegung.

Was soll das bringen?

Diese Übungen erscheinen sehr einfach und unbedeutend. Sie sind es nicht.

Stress entsteht vor allem dadurch, dass das, was du willst und tust nicht übereinstimmt mit dem, was dein Körper braucht.

Diese Übungen helfen dir dabei, deine Sinne zu benutzen. Sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen.

Die Sinne sind ein Teil deines Körpers und werden jetzt aktiviert. Das Denken kommt einen Moment zur Ruhe und das bewirkt sofort eine Entlastung. Könnte man die Stresshormone vor und nach so einer kleinen Übung messen, würde man sehen, wie alle Stresshormone sofort absinken.

Hab keine Angst, all die wichtigen Gedanken, die du denken musst, einen Moment ruhen zu lassen. Sie gehen nicht verloren. Im Gegenteil, das Arbeiten wird danach leichter gehen und effektiver sein, wenn du weniger angespannt und gestresst bist.

Meistens tauchen sogar Lösungen auf, die dir vorher gar nicht in den Sinn kommen konnten, weil du dich in den üblichen Denkschleifen bewegt hast.


Abschalten und Innehalten öffnet neuen Gedanken die Tür!


 

2 Gedanken zu „Schnell mal entspannen – 2 Tipps für den Alltag

  • 25. September 2017 um 14:22
    Permalink

    Liebe Elke, wirklich schöne Achtsamkeitsübungen! Ich halte ja gerne inne, indem ich mit meinen Katzen im Garten tobe. Allerdings bin auch einfach nicht so dauergestresst. Das mag ich nämlich gar nicht. 🙂
    Herzlichst, Deine Julia

    Antworten
    • 25. September 2017 um 14:36
      Permalink

      Liebe Julia, gar nicht erst in Dauerstress zu kommen, ist die beste Methode! 🙂
      Und Natur und Katzen sind natürlich perfekt zum Pause machen.
      Herzliche Grüße
      Elke

      Antworten

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