Körperschemastörung

Wer bestimmt, was du tust? Dem Körper ein Mitspracherecht geben

Ideen, Neugier und Tatkraft sind ganz natürlich und kommen zum Vorschein, wenn der Stress aufhört.

Kennst du diese Gedanken?

Ich sollte mehr Sport machen.
Ich müsste mehr rausgehen.
Man sagt, dass dies oder jenes dick macht, also sollte ich es nicht essen.
Ich sollte …
Ich müsste eigentlich …

Es strömen ein Menge Ratschläge auf uns ein, die anscheinend gut für uns sein sollen.
Aber sind sie das wirklich?

Was brauchst DU? Was tut dir gut?

Wie kannst du das herausfinden?

Wenn ein Ratschlag nicht auf dich passt, dann hältst du die neuen Vorsätze nicht durch und sammelst nur einen weiteren Punkt in deiner „Versagensliste“.
Denn leider werden diese gescheiterten Versuche so abgespeichert.
Noch mehr Infos einholen, noch mehr Ratschläge ausprobieren, hilft also nicht weiter.

Es bringt dich sogar aus dem inneren Gleichgewicht, wenn du dich von Regeln steuern lässt, Maßstäbe übernimmst, vielleicht  streng mit dir selber bist und deinen Körper zu manipulieren versuchst.

Essanfälle, schlechte Laune und unglückliche Gefühle sind oft ein Zeichen dafür, dass innerlich etwas in Schieflage gekommen ist.

Manche versuchen dann, noch strenger mit sich zu sein. Versuchen noch enger die Regeln befolgen, sich zusammen zu reißen und beschimpfen sich innerlich.

Ich habe es doch verstanden, denkst du.
Heutzutage werden logische, vernünftige, sachliche Verhaltensweisen höher bewertet als gefühlsmäßige Entscheidungen.
Logik, Verstand, Vernunft sind gefragt.

Aber das ist nicht die Lösung.

Die drei Ebenen des Seins

Du bestehst nicht nur aus Gedanken und Intellekt.
Gefühle und Körperempfindungen sind genauso wichtig und müssen beachtet werden, damit du dich in einem inneren Gleichgewicht befinden kannst.

Es ist so, dass Gefühle und Körperempfindungen sehr eng miteinander verknüpft sind. Die Verstandesfunktionen liegen im Gehirn sehr weit davon entfernt. Das heißt, die Gefühle und der Körper reagieren nur sehr wenig auf den Verstand und die Vernunft. Es entsteht das Gefühl, dass der Körper macht, was er will.

Das merkst du daran, dass Vorsätze nicht funktionieren, wenn Gefühle und Körper nicht mitmachen und nicht einverstanden sind.

Wie kannst du deine Gefühl und den Körper mit dem Verstand in Verbindung bringen?

Signale und Botschaften verstehen lernen

Gefühle senden Signale:
Stimmungen, Wohlsein oder Unwohlsein. Bedürfnisse. Oft diffus und verdeckt. Die wahren Gefühle verstecken sich oft hinter „erlaubten“ Gefühlen.
So kann es sein, dass sich Traurigkeit hinter Ärger oder Abgestumpftheit verbirgt.
Wut hinter Anspannung und Lähmung.

Auch der Körper sendet Signale. Vielleicht kennst du sie noch gar nicht oder hast dir abgewöhnt, darauf zu achten?
Die Signale tauchen als Körperempfindungen auf und sind meist sehr leise. Ein Ziehen da, eine Anspannung dort. Kraft und Energiefluss. Wachheit oder Müdigkeit. Lebendigkeit oder Stumpfheit.

Es lohnt sich, die Signale kennenzulernen und dafür sensibel zu werden. Es steckt eine große Weisheit und Kraft darin. Gefühle und Körperempfindungen haben wichtige Botschaften, die du nicht übergehen solltest.

Wenn du lernst, sie zu verstehen und zu beachten, entwickeln sich weniger Anspannung und Stress, du wirst schneller wieder gesund und weißt besser, was dir wirklich gut tut.

Mitspracherecht des Körpers aktivieren

Wenn du das nächste Mal eine Entscheidung treffen muss, dann kannst du alle drei Ebenen deines Seins befragen und beachten.

Was denke ich darüber?

Was fühle ich bei dieser Angelegenheit?

Was spüre ich im Körper?

Ein Beispiel:

Du musst eine neue Bluse für ein wichtiges Ereignis kaufen. Du ziehst ein Modell in der Umkleide an.

Der Verstand sagt: Ich sollte ja schon etwas hermachen. Aber passt sie zu mir? Oje, was mache ich jetzt?

Frage nun dein Gefühl, was es dazu meint:
Fühlst du dich in dieser Bluse verkleidet? Fremd?
Oder gibt sie dir das Gefühl, damit könntest du dich auf keinen Fall blamieren?

Und nun befrage das Körpergefühl:
Wie fühlt sich die Bluse an? Hart, steif? Ist das gut?
Fühlst du dich in dem Kleidungsstück sicher und wohl?
Wie ist es, sich darin zu bewegen?

Wenn du Körperempfindungen und Gefühle in deine Entscheidungen mit einbeziehst, wirst du besser spüren und wissen, was gut für dich ist.

Du hast Angst, dass du haltlos und faul wirst?

Gefühle und Körperempfindungen scheinen uns oft auszubremsen. Wenn wir genau hinspüren, melden sich meist zuerst die Gefühle, die sich schon sehr lange nicht mehr zeigen durften:

Erschöpfung, Lähmung, Traurigkeit, Wut oder Ängste.

Traurigkeit, Ängste und Wut haben ihre Berechtigung und du kannst lernen, wie du gut mit ihnen umgehen kannst.

Erschöpfung und Lähmung werden oft als Faulheit interpretiert.

Aber eigentlich sind sie eine Botschaft, dass du Ruhe und Langsamkeit brauchst.

Aber du kannst sicher sein, kein Organismus – auch deiner nicht – will das ganze Leben faul sein. Das Gefühl der unendlichen Erschöpfung ist ein Zeichen für eine lange Zeit der Überarbeitung. Beachte es!
Denn wenn du dem Körper und auch der Seele mit ihren Gefühlen Zeit gibst, dann wächst daraus eine große Kraft.


Jeder Körper will sich lebendig und kraftvoll fühlen.

Ideen, Neugier und Tatkraft sind ganz natürlich und kommen zum Vorschein, wenn der Stress aufhört.


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.