AD(H)S,  AuDHS,  Autismus,  Diagnostik

Ein perfekter Tag für neurodivergente Frauen

Ein perfekter Tag für neurodivergente Frauen

Wenn du eine neurodivergente Frau bist, also entweder autistisch und/oder mit AD(H)S Symptomatik, fällst du auf den ersten Blick gar nicht auf. Du hast dich angepasst an, das was im Leben von dir erwartet wird.

Warum sollte es also ein Problem geben?

Machen wir dazu eine kleine Fantasiereise und beginnen mit dem perfekten Tag für eine autistische Frau.

Der perfekte Tag für eine autistische Frau

Die Umgebung

Du erwachst ohne Wecker zu deiner üblichen Tageszeit. Deine Wohnung ist wunderbar sauber und aufgeräumt, sodass du nirgendwo Dinge siehst, die dich stören oder dir zurufen: »Räum mich weg!« oder »Erledige dies!«

Du trägst angenehme Kleidung, nichts klemmt, juckt oder zwickt.

Du weißt genau, wie der Tag jetzt verlaufen wird und alles, was kommt, findest du äußerst angenehm.

Du bereitest dir dein Frühstück zu und machst das in Ruhe so wie immer. Es sieht ansprechend aus und hat eine wundervoll Konsistenz.

Du weißt genau, was du jetzt tun willst oder was du tun musst. Nichts davon überfordert dich.

Kontakte

Es kommen keine unerwarteten Anrufe oder Besuche. Wenn du jemanden triffst, dann weißt du vorher, dass du die Person auch sehen und sprechen willst.

Ihr habt keine Mühe ein Gespräch zu beginnen, weil ihr beide gleich von dem sprecht, was euch interessiert. Kein Blabla, kein Gequatsche über das Wetter oder die Schwiegermutter. Nein, du erfährst lauter interessante Dinge, die dich inspirieren und hast keine Mühe über das zu sprechen, was dich gerade beschäftigt. Es freut dich, wenn dein Gegenüber dir aufmerksam zuhört und dich nicht unterbricht. Alles, was ihr redet, bringt euch weiter.

Ohne Mühe weißt du, wann es genug ist und ihr verabschiedet euch ohne lange Verzögerung.

Mitgefühl

Erfüllt gehst du nach Hause. Du bist nicht überladen mit Eindrücken, die sich schwer abschalten lassen. Die Präsenz der Person schwingt nicht ewig lange in dir nach. Du weißt, ihr werdet euch wiedersehen, das ist ganz selbstverständlich und zuverlässig. Deswegen magst du die Person sehr.

Du verstehst auch gut die Probleme, mit denen sie sich herumschlägt. denn du bist eine gute Beobachterin. Du hast ein tiefes Mitgefühl. Du traust ihr zu, dass sie ihre Probleme selbst lösen kann. So ist es bei dir auch. Du redest darüber, wirst dir klarer und hast dann eine Idee, was du brauchst.

Wenn du um Hilfe gefragt wirst, kannst du ziemlich schnell und passgenau eine Lösung vorschlagen.

Interessen

Zuhause vertiefst du dich noch in deine Lieblingsbeschäftigung und hast nach ein paar Stunden das Gefühl, an einem wunderbaren Ort gewesen zu sein. Wie im Flug verging die Zeit und du hast Dinge gedacht und gemacht, die dich interessieren.

Arbeit

Auch wenn du arbeitest, läuft es genauso ab.

Du gehst an einen Ort, den du äußerst angenehm findest. Die Temperatur und das Licht, die Geräusche. Nichts stresst dich. Niemand quatscht dich von der Seite an. Du weißt, welche Aufgaben du hast; diese machst du mit Begeisterung.

Du tauschst dich gerne mit den Kollegen aus, weil sie dir ohne viel Drumherumgerede eine hilfreiche Antwort geben. Du kannst fragen oder auch anderen Tipps geben. Deine Arbeit wird gewürdigt und geschätzt. Es gibt keine unerwarteten Planänderungen. Wenn Änderungen nötig sind, wirst du rechtzeitig informiert und hast Zeit, dich darauf vorzubereiten. So kannst du auch schwierige Aufgaben wunderbar lösen.

Du hast das Gefühl, die Arbeit entspricht genau deinen Fähigkeiten.

Du freust dich die Leute zu sehen, weil sie auf deiner Wellenlänge sind.

Spontanität

Es ist nicht so, dass du nicht spontan wärst, aber es ist dir lieber, dass die Impulse von dir ausgehen.

Wenn du eine neue Idee hast, dann vertiefst du dich mit Elan hinein. Du findest alles heraus, was wichtig ist und versuchst einen Überblick zu bekommen, wie du die Idee angehen könntest. Sehr schnell werden dir die Zusammenhänge klar und es macht dir Freude, alles herauszufinden. Es fühlt sich an, als würde sich ein wunderbares kompliziertes Puzzle zusammenfügen, das dann ein klares Bild ergibt.

Der perfekte Tag für eine Frau mit AD(H)S

Im Großen und Ganzen findest du den beschriebenen Tag auch perfekt für dich.

Freiheit

Wichtig ist dir, dass du nicht das Gefühl hast, zu irgendetwas gedrängt zu werden.

Wenn du die Dinge in deinem Tempo tun kannst, dann gelingt dir auch alles.

Abwechslung

Zu viel Routine langweilt dich allerdings schnell. Du magst es gerne klar und übersichtlich, aber wenn ein neuer Funke der Inspiration anspringt, dann sollte dafür Zeit sein.

Du findest es sehr spannend, immer wieder neue Dinge zu entdecken. Dass Einfälle auch perfekt beendet werden, ist dir nicht so wichtig. Kreatives Chaos ist eine Weile sehr gut, aber es darf auf keinen Fall in Überforderungsgefühle kippen.

Alltag

Am besten wäre es, wenn du die alltäglichen langweiligen Dinge gar nicht tun müsstest.

Für dich müssten unbedingt Roboter oder Zaubergeister erfunden werden, denn nichts erschöpft so sehr, wie Zeug erledigen zu müssen.

Abenteuer

Du liebst intensive Begegnungen und ab und zu ein aufregendes Abenteuer. Innerlich kann schon mal ab und zu ein Feuerwerk abgehen, das macht das Leben erst richtig interessant.

Unterstützung

Manchmal wünschst du dir eine Zauberpille, die das Feuerwerk abstellt, denn von alleine hört es oft nicht auf. Die Ideen verheddern sich dann ineinander und Sorgen setzen sich darin fest. Und wenn die Pille dir noch den Schwung geben könnte, in den Tag zu starten, wäre es perfekt. Denn oft fühlt es sich an, wie durch Schlamm zu waten, wenn du von einer Aufgabe zur anderen wechseln sollst.

Wie geht es einer Frau mit AuDHS?

Manchmal ergänzen sich die beiden Funktionen wunderbar. Der autistische Teil schafft die Klarheit und Struktur: Der Plan geht auf, der Weg ist klar. Der AD(H)S Anteil bringt den nötigen Schwung und die Kreativität.

Die Waage halten

Schwierig wird es nur, wenn ein Teil die Waage ins Kippen bringt. Dann macht der autistische Teil das Leben zu eng und öde. Oder der AD(H)S Anteil schafft ein riesiges kreatives Chaos, in dem es zu unübersichtlich wird.

Dann geht es dir nicht mehr gut. Du fühlst dich ausgebrannt und gleichzeitig gelähmt. Willst dich befreien und hast doch keine Kraft dazu.

Selbstfürsorge für neurodivergente Frauen

Du merkst, die Kunst ist, zu wissen, wie dein Gehirn funktioniert.

Deine Basis ist, zu wissen, wie sich das auf deine Stimmung und dein Wohlbefinden auswirkt.

Welche Bedingungen brauchst du, um nicht auszubrennen?

Manchmal musst du ungewöhnliche Strategien anwenden, damit du innerlich in Balance bleibst.

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