Kritzeln – der Weg zu einem besseren Körpergefühl

Kritzeln - der Weg zu einem besseren Körpergefühhl

Mit Kritzeln zu einem besseren Körpergefühl

Fühlst du dich unwohl?

Weißt du nicht genau, was mit dir los ist?

Hast du Schmerzen, die immer wieder kommen?

Gefühle sind immer eine Botschaft deines Körpers

Mit einer kleinen Kritzelei, kannst du herausfinden, was dein Körper dir gerade sagen will. Ich zeige dir in einer einfachen Übung, wie das geht.

Gefühle und Körperempfindungen sind immer eine Botschaft deines Körpers

Warum macht der Körper eigentlich nicht, was du willst? Warum bremst er dich aus, wenn du gerade einen Plan gemacht hast, wie der Tag laufen soll?

Dein Körper hat ein eigenes Bewusstsein. Ich nenne es die Körperweisheit; darin steckt viel Wissen, das dir auch zur Verfügung stehen kann. Du musst nur wissen wie, du darauf zugreifen kannst.

Du musst wissen, dein Körper reagiert nicht besonders gut auf Sprache.

Das hast du bestimmt schon bemerkt, wenn dir jemand ein Kompliment gemacht hat und du nicht spüren konntest, dass es wahr ist. Oder wenn du du versucht hast dir selber einzureden, dass du toll bist.

Er lässt sich auch immer nur kurze Zeit mit Durchhalteparolen antreiben. Sätze wie: „Ich schaffe das!“ oder „ich kann das!“ wirken nicht, wenn du es nicht spüren kannst.

Zwei Bereiche in deinem Inneren

Das Unbewusste

Die Gefühle

Dein Körper

 

<–>

Dein Verstand

Dein Bewusstsein

Die Sprache

Es gibt zwei Bereiche in dir:

Das Unbewusste, die Gefühle und der Körper sind eng miteinander verknüpft.

Der Verstand und die Sprache auch.

Jedoch besteht zwischen beiden Bereichen nur wenig Verbindung und diese ist auch nur mühselig herzustellen.

Das Unbewusste, die Gefühle und der Körper sprechen eine andere Sprache, es ist die Symbolsprache. Anspannung, Unwohlsein, Schmerzen sind Zeichen in einer Symbolsprache, die dir dein Körper schickt. Du kannst sie mit dieser Übung verstehen lernen.

Der Körper will dir etwas sagen und er will, dass du zuhörst.

Das kannst du tun, indem du hinspürst und es hinkritzelst.

Mit dieser kleinen Übung kannst du lernen, die Signale deines Körpers wahrnehmen und sie sichtbar machen.

Was brauche ich für die Übung?

  • Ein paar Minuten Zeit
  • Einen Notizzettel
  • Einen Kugelschreiber oder Buntstifte

Kritzel-Übung

Setze dich bequem hin, schließe die Augen und nimm wahr, wie sich dein Kopf anfühlt.

Kritzle die Wahrnehmung mit einfachen Strichen aufs Papier.

——-

Es muss weder gut noch „richtig“ gekritzelt sein.

Male harte, gerade Striche, wenn du Härte und Festigkeit spürst.

Kritzle Kreise, Wellen, Durcheinander, wenn du Nebel, Schwäche oder Unruhe spürst.

Wenn sich eine Stelle unklar anfühlt, dann male vage, abgehackte Striche und Felder.

Du kannst es auch ganz anders machen, als ich in meinen Beispielen beschrieben habe. Lass den Stift übers Papier wnadern, du wirst spüren, was sich richtig anfühlt.

———

Spüre, wie sich dein Nacken und deine Schultern anfühlen und kritzle.

Deine Arme? – Kritzle.

Was nimmst du in deinem Brustkorb wahr? – kritzle.

Was in deinem Bauch und Becken? – kritzle.

Dein Rücken? – Kritzle.

Deine Beine und Füße? – Kritzle.

Schließe noch einmal die Augen und atme ein und aus.

Welche Stelle spürst du am stärksten?

Welche Bewegung kannst du machen, um dieses Gefühl zu verstärken?

Probiere aus, wie du dich dazu anspannen oder in eine andere Haltung begeben musst. Falls das mit Bewegung nicht geht, kannst du auch mit der Hand auf die Stelle drücken.

Schicke gleichzeitig freundliche Gedanken an diese Körperstelle. Sage ihr: „Ich weiß, dass du da bist. Du schickst mir ein Stechen, (Drücken, einen Gefühl von einem Knoten, ein schwummeriges Gefühl …), damit ich dich beachte. Danke.“

Atme noch einmal tief durch.

Fertig!

Den Schmerz begrüßen?

Ich will, dass es mir gut geht und nun sollst ich den Schmerz begrüßen?

Ja!

Dein Körper will mit dir im Kontakt sein, er will dir mitteilen, wie es ihm geht und er will dir sagen, was er braucht.

Das tut er die ganze Zeit, nur du hörst vielleicht nicht oft genug zu, weil du damit beschäftigt bist, etwas zu tun, was du dir ausgedacht hast.

Du kannst eine ganze zeitlang ignorieren, was dein Körper sagt. Du kannst ihn sogar quälen und ihm alles Mögliche abverlangen: Höchstleistung, wenig Schlaf, Perfektion, Aushalten, Durchhalten, Weitermachen …

Dein Körper reagiert wie ein liebes Tierchen und macht und macht, was du verlangst.

Aber er schickt dir immer wieder Signale. Erst wenn du nicht darauf hörst, werden die Signale deutlicher und irgendwann werden sie zu Symptomen. Dauerschmerz, Dauerverspannung oder Krankheiten entstehen. *

Das Verstärken des körperlichen Signals ist ein wichtiger Schritt, deinem Körper zu signalisieren: „Ich habe es verstanden, du bist hier. Danke!“

Es ist gut, wenn du nicht gleich versuchst, dich zu „reparieren“, dich zu perfektionieren.

Erlaube deinem Körper, dir Zeichen zu senden.

Das ist doch verrückt?

Ja, es ist ver-rückt. Im positiven Sinne.

Ein bisschen anders, als du es gelernt hast, anders als das Verhalten der meisten in unserer Welt.

Aber wenn du mit dem Üblichen nicht glücklich wirst, kannst du auch etwas Verrücktes ausprobieren. Du kannst nur gewinnen!

Probiere es aus. Lass die Zeichen deines Körpers auf dem Papier sichtbar werden, verstärke sie einen Moment und bedanke dich dafür, dass sie da sind.

Okay, ich probiere es. Wo und wie?

Du kannst die Übung gleich morgens machen, zwischendurch oder am Abend.

– Auf dem Rand der Zeitung

– Auf einer Serviette, wenn du auf das Essen wartest

– In der S-Bahn auf der Rückseite eines Kassenbons

– Sogar während einer langweiligen Besprechnung

 

Sie dauert nur wenige Minuten und braucht keine Vorbereitung.

1 Mal pro Tag empfehle ich, du kannst es aber auch mehrmals am Tag machen.

Niemand weiß, was du da machst, das Gekritzel könnte auch sonstwie entstanden sein.

Nur dein Körper versteht deine Kritzel-Sprache und er freut sich!

Die Verstärkung der Körpersignale fällt unter Umständen etwas dezenter aus, wenn du in Gesellschaft bist. Vielleicht kannst du dann nicht alles ausprobieren, aber du kannst mit der Hand auf die Stelle drücken.

Deswegen ist es gut, wenn du hin und wieder die Übung machst, wenn du allein bist und etwas Zeit hast. Dann bekommt dein Körper noch mehr Raum für seine Unterhaltung mit dir. Er wird es dir danken!

Was kann ich erwarten?

– Du wirst immer deutlicher spüren, was dein Körper dir sagt

– Du wirst beobachten, dass es nicht alle Tage gleich ist, dass es sich sogar mehrmals am Tag verändert

– Du wirst im Alltag bemerken, wie du die Verspannungen oder Schmerzen erzeugst, indem du bestimmte Körperhaltungen einnnimmst, zu atmen vergisst, zu schnell bist …

– Dann wirst du ohne große Anstrengung durchatmen, die Schulter lockern oder dich ein wenig entspannen

– Du wirst mit der Zeit auch die positiven Zeichen deines Körpers deutlicher wahrnehmen.

Er schickt dir nämlich nicht nur Schmerzen, sondern auch Signale, was ihm gut tut. Sie sind oft klein und leise.

Mit dieser Übung lernst du die kleinen Zeichen kennen und es wird immer leichter sein auf sie zu hören.

Mein Körper meldet, wer will nichts tun

Es kann sein, dass du merkst, dass du viel mehr Pause brauchst als du gedacht hast.

Und es ist gut, wenn du deinem Körper das gibst, was er braucht, um sich zu erholen.

Das kann je nach Grad der Erschöpfung Monate dauern.

Aber: Wenn du mehr auf die Signale deines Körpers hörst, wirst du weder zu viel, noch zu wenig essen, dich nicht überarbeiten und auch keine Dinge tun, die dich fertig machen.

Du wirst sogar Lösungen finden und Ideen haben, wie du etwas in deinem Leben ändern kannst.

Nicht über Nachdenken, sondern über das Spüren des Körpers.

Dem Körper zuzuhören, ist ein Weg, wie du freudig und voller Schwung die Dinge tun kannst, die zu dir passen.

Du kannst sehr viel zufriedener werden! Und glücklicher.

Zusammenfassung der Übung

– Spüre deine Körperteile einzeln

– Kritzle das Körpergefühl

– Verstärke das Gefühl durch eine Bewegung oder Haltung

– Danke dem Körpergefühl, dass es sich gezeigt hat

Fang an!

Kritzle!

Schicke mir dein Kritzelbild!

Schicke mir ein Foto von deinem Kritzelbild, dann erstelle ich hier eine kleine Galerie.

Oder berichte mir, was du mit der Kritzelübung erlebt hast.

3 Gedanken zu „Kritzeln – der Weg zu einem besseren Körpergefühl

  • 23. September 2017 um 10:28
    Permalink

    Liebe Elke, mir gefällt sehr, mit welcher Leichtigkeit du die Möglichkeit beschreibst, mit meinem Körper in Kontakt zu treten, seine Sprache zu sprechen und immer näher und vertrauter mit ihm zu sein. So ein tolles Tool, das ich wirklich jederzeit, überall und jeden Tag anwenden kann – ohne Kosten, ohne Aufwand, ohne Peinlichkeiten. Vielen Dank dafür!

    Antworten
  • 23. September 2017 um 10:29
    Permalink

    Liebe Elke, mir gefällt sehr, mit welcher Leichtigkeit du die Möglichkeit beschreibst, mit meinem Körper in Kontakt zu treten, seine Sprache zu sprechen und immer näher und vertrauter mit ihm zu sein. So ein tolles Tool, das ich wirklich jederzeit, überall und jeden Tag anwenden kann – ohne Kosten, ohne Aufwand, ohne Peinlichkeiten. Vielen Dank dafür!

    Antworten
    • 23. September 2017 um 10:59
      Permalink

      Liebe Michaela,
      danke! Wenn du mal etwas gekritzelt hat, kannst du mir gerne dein Bild schicken, ich bin neugierig 🙂
      Kritzelfreudige Grüße
      Elke

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.